Bericht aus dem Kreisblatt vom 09.05.00

Atmosphäre vom Acker wurde vermisst
Weilbach. Was für ein Anblick. Wo man auch hinsah: Ein Motorrad neben dem anderen. Gerade oberhalb des ehemaligen Sportplatzes von Germania Weilbach an der Autobahnauffahrt bekamen Besucher ein beeindruckendes Bild geboten. Das große Festzelt ging geradezu unter neben dem vollbesetzten Parkplatz der Motorradfreaks aus ganz Deutschland, die ihre Maschinen dort abgestellt hatten, um an zwei Abenden zu feiern.
Der Hohepunkt des "Bike-Weekends" der "Kradfahrer Felzünd", dem eingetragenen Verein aus Flörsheim, war dabei ganz klar der Samstag Abend. Jugendwart Ralf Buch musste neben dem Getränkestand erst einmal Luft holen. "So viele Leute haben wir noch nie gehabt", sagte er mit großen Augen. Zur besten Zeit, gegen 22.30 Uhr, als im Zelt die Stripperin ihre Hüllen fallen ließ, war die Zahl von 600 Besuchern auf keinen Fall übertrieben. Das wäre auf ,,Atzes Acker" in der Gemarkung in der Nähe des Stadtteils Keramag/Falkenberg sicher nicht möglich gewesen. Doch hatten die ,,Kradfahrer" liebend gern auf mehr Umsatz verzichtet, wenn das "Bike-Weekend" wieder auf dem traditionellen Platz hätte stattfinden dürfen. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hatte jedoch etwas dagegen.
,,Diesmal haben einigen Gästen die Zeltmöglichkeiten nicht gefallen, weil keine Grünfläche vorhanden war", musste Buch zu seinem Bedauern berichten. Aus Reihen der eingefleischten Biker war zudem zu hören, dass die gewohnte Atmosphäre vom Acker diesmal vermisst wurde. Wir sind für die Stadt em Aushängeschild mit zwei Rockkonzerten und dem Motorradtreffen. Was wir vorhaben, kriegen wir auch hin", betonte Buch selbstbewusst, der in anstehenden Gesprächen der nächsten Wochen auf ein Entgegenkommen hofft, wenn es um einen neuen Standort der Veranstaltung im Jahr 2001 gehen soll.
Der Bauhof half diesmal beim Aufbau kräftig mit und stellte das große Zelt zur Verfugung, in dem die Rockbands "Lazy" und "Rock Attax" nicht immer fur die große Stimmung sorgen. Gerade samstags hielten sich die Biker lieber am Lagerfeuer auf. Freitags hörten Weilbacher im Ort die laute Musik und beschwerten sich bei der Polizei, die daraufhin veranlasste, den Lautstärkepegel zu senken. Damit die Leute zwischen den Konzerten "etwas zum Schwatzen und Gucken hatten" (Buch), stellten am Samstag Nachmittag verschiedene Motorradhandler ihre Exponate auf dem ehemaligen Sportplatz aus. An den Abenden gab es laut Buch keinerlei Zwischenfälle. Die Motorradfahrer waren nicht nur friedlich, sondern auch fleißig. So pumpten die "Kradfahrer" nach einem Gewitter einen Tag vor der Veranstaltung sechs Stunden lang Regenwasser vom Sportplatz, damit die Gaste in ihren Zelten nicht in Pfützen liegen mussten.

von Thorsten Remsperger