Atmosphäre vom Acker wurde vermisst
Weilbach. Was für ein Anblick. Wo man auch hinsah: Ein Motorrad
neben dem anderen. Gerade oberhalb des ehemaligen Sportplatzes von Germania
Weilbach an der Autobahnauffahrt bekamen Besucher ein beeindruckendes Bild geboten.
Das große Festzelt ging geradezu unter neben dem vollbesetzten Parkplatz
der Motorradfreaks aus ganz Deutschland, die ihre Maschinen dort abgestellt
hatten, um an zwei Abenden zu feiern.
Der Hohepunkt des "Bike-Weekends" der "Kradfahrer Felzünd", dem eingetragenen
Verein aus Flörsheim, war dabei ganz klar der Samstag Abend. Jugendwart
Ralf Buch musste neben dem Getränkestand erst einmal Luft holen. "So viele
Leute haben wir noch nie gehabt", sagte er mit großen Augen. Zur besten
Zeit, gegen 22.30 Uhr, als im Zelt die Stripperin ihre Hüllen fallen ließ,
war die Zahl von 600 Besuchern auf keinen Fall übertrieben. Das wäre
auf ,,Atzes Acker" in der Gemarkung in der Nähe des Stadtteils Keramag/Falkenberg
sicher nicht möglich gewesen. Doch hatten die ,,Kradfahrer" liebend gern
auf mehr Umsatz verzichtet, wenn das "Bike-Weekend" wieder auf dem traditionellen
Platz hätte stattfinden dürfen. Die Untere Naturschutzbehörde
(UNB) hatte jedoch etwas dagegen.
,,Diesmal haben einigen Gästen die Zeltmöglichkeiten nicht gefallen,
weil keine Grünfläche vorhanden war", musste Buch zu seinem Bedauern
berichten. Aus Reihen der eingefleischten Biker war zudem zu hören, dass
die gewohnte Atmosphäre vom Acker diesmal vermisst wurde. Wir sind für
die Stadt em Aushängeschild mit zwei Rockkonzerten und dem Motorradtreffen.
Was wir vorhaben, kriegen wir auch hin", betonte Buch selbstbewusst, der in
anstehenden Gesprächen der nächsten Wochen auf ein Entgegenkommen
hofft, wenn es um einen neuen Standort der Veranstaltung im Jahr 2001 gehen
soll.
Der Bauhof half diesmal beim Aufbau kräftig mit und stellte das große
Zelt zur Verfugung, in dem die Rockbands "Lazy" und "Rock Attax" nicht immer
fur die große Stimmung sorgen. Gerade samstags hielten sich die Biker
lieber am Lagerfeuer auf. Freitags hörten Weilbacher im Ort die laute Musik
und beschwerten sich bei der Polizei, die daraufhin veranlasste, den Lautstärkepegel
zu senken. Damit die Leute zwischen den Konzerten "etwas zum Schwatzen und Gucken
hatten" (Buch), stellten am Samstag Nachmittag verschiedene Motorradhandler
ihre Exponate auf dem ehemaligen Sportplatz aus. An den Abenden gab es laut
Buch keinerlei Zwischenfälle. Die Motorradfahrer waren nicht nur friedlich,
sondern auch fleißig. So pumpten die "Kradfahrer" nach einem Gewitter
einen Tag vor der Veranstaltung sechs Stunden lang Regenwasser vom Sportplatz,
damit die Gaste in ihren Zelten nicht in Pfützen liegen mussten.
von Thorsten Remsperger